Anbauanleitung Acewell Dashboard ACE-5855

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Hier nun ein ziemlich ausführliches Tutorial, wie man den High End Tacho Acewell 5855 mit dem Kabelbaum einer Suzuki Bandit 1200 K5 verbindet. Ich habe extra eine Anschlussgrafik gezeichnet, welche ihr euch ausdrucken könnt und die Arbeit immens erleichert. Gleich eines vorweg, alle Farbangaben beziehen sich auf die Bandit 1200 Baujahr 2005 Europaversion. Die Farbangaben von Suzuki weichen von Baujahr zu Baujahr ab und sind auch nicht identisch mit der amerikanischen bzw. kanadischen Version.

Einige werden sich nun fragen, warum ich das Acewell 5855 und nicht das Acewell 5854 verwende, bzw. was der Unterschied zwischen beiden ist. Das ist ganz leicht zu beantworten. Es gibt keinen Unterschied aus technischer Sicht 🙂 . Der einzige Unterschied zwischen beiden Modellen liegt in der Anzeige der Leuchten, bzw. Warnleuchten (Indikatoren). Es stellt sich nur die Frage, welche Anzeigen man dringend benötigt. Ich benötigte z.B. keine Anzeige für eine Wegfahrsperre oder bei einem Ausfall der Motorelektronik, welche das Acewell 5854 hat. Um die unterschiedlichen Anzeigen zu sehen, klickt einfach auf den ganz unten angefügten Link des Herstellers (am Ende vom Beitrag).

Hinweis: Ich verwendete den originalen Speedsensor der Bandit und einen mitgelieferten 1MOhm Widerstand für den Drehzahlmesser, der unbedingt benötigt wird!

Schaltbild Bandit 1200 K5 - Acewell 5855
Schaltbild Bandit 1200 K5 – Acewell 5855
Anleitung (Schritt für Schritt)

Fangen wir mit der Anschlussbeschreibung an. Nehmt bitte dazu den großen Plan (Bild) her bzw. druckt euch diesen aus. In der Mitte auf dem Bild seht ihr den Kabelbaum, mit allen seinen Farbkennungen der einzelnen Kabel von der Bandit. Links und rechts in diesen hellgrauen Kästen sind die Leitungen, die direkt zum Acewell Tacho gehen, wie auch die Farbbezeichnungen von den einzelnen Anschlusskabeln des Acewell. Blinker und Scheinwerfer gehen direkt an den Kabelbaum der Bandit! Ihr müsst die Leitungen deswegen etwas anders verlegen bzw. beim Kabelbaum der Bandit die Isolierung etwas abrollen oder aufschneiden.

Hier noch ganz wichtige Details, die nicht auf dem Plan enthalten sind, und die ihr für die Konfiguration des Acewell Tachos braucht:

Der Speedsensor hat drei Kabel und der Sensoranschluß vom Acewell allerdings nur zwei Kabel. Das liegt daran, dass der Speedsensor der Bandit eine 12V Versorgung + Sensor + Masse benötigt. Der Acewell hat nur Sensor + Masse. Vergesst auf keinen Fall die +12V Zündspannung wieder am Speedsensor vom Banditkabelbaum anzuschließen, falls ihr das Kabel irgendwo gekappt habt. Ohne dieses Kabel funktioniert der Tacho zwar auch, aber ab ca.150km/h ist die Signalstärke zu schwach für eine saubere Filterung bzw. Trennung der einzelnen Impulse. Das Display vom Acewell zeigt dann nur noch unrealistische Daten an oder die Anzeige bleibt komplett hängen. Auf gut deutsch, das Acewell verschluckt sich. Ich habe nun schon gehört, dass ein paar Spezialisten, wegen der fehlerhaften Anzeige, so schlau waren und zwei Nasen von den vier Nasen am Ritzel gekappt haben, weil sie vermuteten, dass der Tacho angeblich zuviel Impulse vom Sensor bekommt. Das ist Quatsch! Ihr braucht das nicht zu machen. Schließt einfach nur die +12V Leitung der Zündspannung an und gut ist.

Bevor ich die Farbtabelle hier aufliste und bevor dann einige von Euch verwirrt sind, noch ein folgender Hinweis:
Die Farbmarkierungen der drei Kabel vom Speedsensor verlaufen im Kabelbaum der Bandit farblich anders weiter!

Hier die Tabelle für den Speedsensoranschluß (Hallsensor) der Bandit 1200.  Hinweis: Für ältere Modelle liefert Acewell einen Magnetsensor für das Vorderrad mit!:

  • 12V+ Zündspannung = Banditkabelbaum Orange/Rot – Speedsensor Schwarz/Rot
  • 0-12V Sensorspannung = Banditkabelbaum Rosa/Schwarz – Speedsensor Schwarz – Sensorkabel Acewell Grün
  • Masse – (GND) = Banditkabelbaum Schwarz/Weiß – Speedsensor Schwarz/Weiß – Massekabel Acewell Schwarz
Ermittlung der Impulswerte

Nun zum Rechenteil, für die richtigen Eingaben am Acewell. Der Speedsensor hat 4 Nasen am Ritzel. Bei einer Hinterradumdrehung macht das Ritzel drei Umdrehungen (Verhältnis 1:3). Bei einer Ritzelumdrehung mit vier Nasen entstehen so vier Impulse am Hallsensor, deswegen ergibt eine komplette 360° Drehung des Hinterrades = 4 Impulse x 3 Ritzelumdrehungen = 12 Impulse. Diese 12 Impulse merkt ihr euch, denn diesen Wert braucht ihr später für die Eingaben am Acewell Tacho.

Ermittlung des Radumfangs

Jetzt brauchen wir noch den Radumfang des Hinterrades, um die Abrolllänge für eine Hinterradumdrehung zu erhalten. Der Radumfang meines neuen Hinterreifens Pirelli Angel ST/E beträgt 1970mm. Diesen Wert könnt ihr übernehmen oder mit Hilfe von einem Seil selber ermitteln. Spannt das Seil mittig um den Reifen und markiert mit einem Stift auf dem Seil den Radumfang. Danach einfach das Seil auf den Boden legen und die Länge mit einem Metermaß abmessen. Warum ihr das machen sollt? Naja, jeder Reifentyp hat einen anderen Karkassenaufbau (flach, rund). Außerdem ist das Negativprofil bzw. die Profiltiefe von Reifen zu Reifen unterschiedlich. Dadurch ergibt sich bei jedem Reifen ein etwas anderer Radumfang. Ein abgefahrener Hinterreifen wäre aus diesem Grund nicht empfehlenswert 😉 . Je genauer die ermittelten Werte sind, umso genauer ist die Anzeige der Geschwindigkeit. Bei einem Vergleich mit drei GPS Geräten erhielt ich absolut identische Werte.

Hier noch einmal eine Zusammenfassung der Daten, welche ihr für die Eingaben am Acewell benötigt:

  • Hinterreifen Radumfang = 1970mm
  • Sensor = 12 Impulse (im Display des Acewell sollte „P012″ zu sehen sein)
Anschluss des Drehzahlmessers

Der letzte Punkt, der noch fehlt, ist der Anschluss des Drehzahlmessers. Achtet bitte auf eine ziemlich gute Lötverbindung bzw. ihr könnt das gelbe Kabel auch direkt an der Zündspule anstecken. Wichtig – an der Zündspule nur dort, wo das Schwarz/Gelbe Kabel angesteckt ist! Vergesst auf keinen Fall den 1MOhm Widerstand einzulöten, sonst werdet ihr eine springende Drehzahlanzeige auf dem Display erhalten, wie auch eine potenziell ansteigende Drehzahlkurve und keine lineare. Das liegt daran, dass die Zündimpulse der Bandit sehr kräftig bzw. die Zündspannungswerte sehr hoch sind. Das Acewell hat von Haus aus eine sehr niedrige Dämpfung des Eingangsignals und reagiert dadurch sehr sensibel.

Hier noch einmal alle Fakten, die ihr für den Anschluss des Drehzahlmessers braucht:

  • Anschluss an Zündspule = gelbes Kabel mit 1MOhm Widerstand (mitgeliefert)
  • Impulseinstellung am Acewell = „RPM SP 1r1P“

Ich hoffe das war ausführlich genug. Falls ihr Schwierigkeiten beim Einstellen der Ganganzeige habt, dann kontaktet mich einfach. Es könnte sich etwas trickreich gestalten 🙂 .

Viel Spaß beim Anbau des Tachos. Einen Link für mehr Informationen zum Acewell 5855 Dashboard gibt es hier:

Produktseite Acewell 5855