Supermoto fahren lernen in Marktl am Inn

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Die Idee geisterte schon lange in unseren Köpfen rum. Einmal richtig Supermoto fahren. Es sollte eine tolle Strecke sein, ein toller Instruktor und der Preis sollte auch angemessen sein. Vor allem günstige Sturzkosten ohne das Auto als Pfand hinterlegen zu müssen.

Zufällig fand sich eine Gruppe zusammen, die meine bessere Hälfte auf einem Sicherheitstraining kennenlernte. Also auf nach Marktl am Inn. Da muss ja alles gut gehen, wenn der Papst schon dort geboren ist. Der Segen von oben wird da schon dabei sein. Wir sind ziemlich früh losgefahren mit unseren Lederkombis im Gepäck und die Anreise war auf der Autobahn recht easy. Die meisten unserer Truppe waren schon vor Ort und haben dort in einem Hotel übernachtet, welches direkt an der Strecke liegt. Wir kamen dazu und durften in dem Hotal sogar noch ausgiebig frühstücken. Nette Geste 🙂

Achja, Lederkombi nicht vergessen! Keine Textilkleidung, auch wenn es eine noch so teure Marke sein sollte, ist erlaubt. Für alle, die dort einen Kurs machen möchten und keinen Lederkombi besitzen, sei gesagt, man kann vor Ort wirklich alles leihen! Naja, bei manchen sah es zwar aus wie ein Michelinmännchen 😀 , aber Textilklamotten sind nur in Ausnahmefällen erlaubt, und das hatte auch seine Gründe. Geht davon aus – Pflicht!

Mein erster Gedanke war nun, wie soll das mit einem zusammengewürfelten Haufen von 24 Fahrern klappen. Es klappte und sogar ziemlich gut, dank eines professionellem Instruktors und seinen zwei Assistenten. Wir wurden in drei Gruppen eingeteilt von „Schon mal gefahren“ bis „Der lernts nie“. Die beliebteste Gruppe war also „Kann ziemlich gut fahren, aber Supermoto noch nie“. In dieser zweiten Gruppe fühlten wir uns sichtlich wohl und so mancher mogelte sich da später rein oder tauschte. Wurde auch vom Instruktor in der Besprechung angemerkt und empfohlen, dass es möglich ist die Gruppe zu wechseln, falls jemand Probleme hat.

So, nun ging es los. Erstmal Vorstellung und Theorie, dann die übliche Praxis und Begehung der Strecke. Wir wollten ja driften und die Kiste fliegen lassen. Jaaaa, die Kiste flog bei so manchen öfters, aber es verlief alles ohne ernsthafte Stürze, wegen der ziemlich hohen Sicherheit, die dort gewährleistet bzw. vorgeschrieben ist. Hier kommt der Lederkombi mit vernünftigen Protektoren ins Spiel. Es war nur ein Fahrer mit Textilklamotten dabei, der dachte das würde reichen, weil sein Textilkombi viel Geld gekostet hat. Genau dieser war auch der einzige, der frühzeitig heimfahren musste, weil sein harmloser Sturz wohl nicht ganz ohne Folgen blieb. Deswegen an dieser Stelle, vergesst es einfach gleich ohne Lederkombi anzureisen!

Die Strecke ist megageil. Sie hat es in sich und ist auch bekannt für den interessanten Streckenverlauf. Zwei Vollgasgeraden gepaart mit ziemlichen vielen Trickykurven, die einem Alles abverlangen. Glaubt mir, nach insgesamt sieben Turns je 10 Minuten ist man total alle. Es geht auf die Kondition und Schwitzen war trotz Winter inbegriffen. Überholen war möglich, da wir uns durch Rufen bemerkbar machen sollten. „Foa zua“ oder „Weg mit dir oder du fehlst“ musste man nicht schreien. Ein einfaches „Hey“ reichte und der Vordermann lies einen schnelleren Fahrer vorbei. Klappte tadellos aufgrund der hohen Disziplin in der Gruppe.

Die letzten drei Turns waren freies Fahren, um sich mit dem erlernten Supermotofahren richtig auszutoben zu können. Das war harmlos gesagt, denn es wurden regelrechte Rennen, wo die Instruktoren kräftig mitmischten, so nach dem Motto „Catch me, if you can“. Quersteher durch kräftigen Einsatz der Hinterradbremse, Drifts in der Kurve, alles war da drin und es machte riesig Spass. Sogar Wheelies waren möglich. Alles war auch nicht einfach, denn die Strecke hat unwahrscheinlich Grip und man musste schon mit Gewalt und viel Selbstvertrauen die Slides provozieren.

Meine Kamikazefrau konnte dem nicht widerstehen und hat zwei mal ihre Strichliste erweitert. Ja, es gibt dort ein Kärtchen mit Strichliste für Stürze. Das fand ich genial. Man musste nicht dauernd den Geldbeutel mitschleppen, sondern nur ein Kärtchen auf dem alles aufgeschrieben wurde. Von Getränken, dem Essen, der Leihausrüstung bis hin zu Stürzen. Am Ende des Tages gab man einfach das Kärtchen ab und es wurde bequem abgerechnet.

Zum Schluß gab es noch ein Gruppenfoto, viel Gelächter und es war ein rundum gelungener Tag, der einen müde ins Bett fallen lies. Nochmal ein dickes Lob an den Instruktor. Ein unwahrscheinlich angenehmer Typ, mit dem man in den Pausen tolle Benzingespräche führen konnte.