Supermoto fahren

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Am 26.11.2011 waren wir in Marktl am Inn Supermoto fahren… ich kann euch sagen, einfach nur geil!!!

Wir waren 24 Leute die am „Supermoto-Einsteiger-Training“ auch „Beta Drift Day“ genannt, teilnahmen. Aufgeteilt wurden wir in drei Gruppen, Gruppe 1 waren die, die schon mal gefahren sind und das eigentlich schon ganz gut können. Gruppe 2 waren die, die sich zutrauten auch relativ flott zu fahren und die 3. Gruppe waren die, die noch zaghafter an die Sache ran gingen. Da wir aber nicht für jede Gruppe 8 entsprechende Fahrer(innen) hatten, waren die Fahrer(innen) letztendlich doch etwas durcheinander gewürfelt.

Los ging’s in der über der Rennstrecke liegenden Red Bull Bar… einschreiben, Haftungsausschluss unterzeichnen, umziehen, Schuhe holen, Gruppeneinteilung und erste Einführung vom Instruktor. Los ging’s! Drei Turns (ein Turn dauert 10 Minuten) im Gruppenwechsel „freies Fahren“ um uns an die Maschine, einer Beta 4.0 Supermotard, zu gewöhnen, danach Theorie mit unserem Instruktor. Im Anschluss daran kamen drei Turns „Ideallinie finden“, danach noch drei Turns „Fahren mit Instruktoren“.  Die Maschinen haben keinen Seitenständer, also gilt: fliegender Wechsel! Das war ganz schön komisch beim ersten Mal, ich bin bis dahin noch nie auf ein Motorrad ohne ausgeklappten Seitenständer gestiegen… aber es klappte! Natürlich hab ich mir die Maschine mit der Startnummer 13 ausgesucht, die musste mich einfach mögen… dachte ich…

Wer stürzt, es sind immer gleich zwei Jungs zur Stelle die das Motorrad wieder aufstellen und schauen ob man ok ist, der fährt bis zur Boxengasse, lässt die Maschine vom Mechaniker begutachten, geht während dessen hoch in die Red Bull Bar und lässt sich seinen Sturz eintragen. Ein Sturz kostet 5 Euro. Nebenbei  wird man gleich von der Bedienung (medizinisch 😉 ) begutachtet und gefragt ob alles ok ist. Sollte man die Story vom rosa Elefanten erzählen, darf man sich erst mal bei nem Kaffee setzen und pausieren 😉 Nach dem Eintrag des Sturzes, sofern alles ok ist, kann man gleich weiterfahren. Ach ja, das gefährlichste am ganzen Tag war übrigens die Metallgitter-Treppe in Supermoto-Stiefeln zur Red Bull Bar rauf und runter! Alles andere ist dagegen harmlos 😉

 

Ich schaute der ersten Gruppe zu und dachte mir nur (nicht zu vergessen, die konnten das alle schon, ein paar davon aber schon so richtig gut!) „Naaaja… soooo kann ich das aber nicht! Ich blamier mich bestimmt bis auf die Knochen!“  Dann waren wir an der Reihe, das Aufsitzen ohne Seitenständer klappte ja überraschend gut, aber dann… wir fuhren los… 1. Gang, sagte der Instruktor, nur zum anfahren, den Rest alles im 2. Gang, den 3. brauchen wir nicht, auch nicht den 1. Gang, nicht mal in den engsten Kurven…  sein Wort in Gottes Gehörgang! Die Strecke könnt ihr euch auf der Hompage der KOM anschauen, da ist ne richtig fiese Ecke drin, und die im 2. Gang??? Also gut, ich fuhr los… nein… ich eierte los. Oh mein Gott!!! Dieser erste Turn war schlimmer als meine erste Fahrstunde!!! Ich eierte wirklich nur um jede der Kurven und wurde eigentlich nur noch angeschrien. Ach so ja, die Motorräder haben keine Hupe, wenn einer überholen will, dann muss er das durch ein lautes „Hey“ kundtun. Ich wurde von allen überholt, ja sogar überrundet! Beim zweiten Turn lief es dann schon besser, beim dritten noch besser aber, vom driften und wirklich flott fahren, war ich, glaube ich, noch Meilenweit entfernt! Spaß hat’s trotzdem ohne Ende gemacht und… ich hab’s zumindest im dritten Turn mal geschafft „Hey“ schreien zu können und einen zu überholen 😉

In der Theorie-Stunde auf der Strecke erfuhren wir einiges darüber, wann das Motorrad am meisten Gripp hat, die Fahrtechnik und das driften… und… dass wir, sollten wir ne Kurve zu flott anfahren, niemals bremsen dürfen (ergibt nen tollen High-Sider) sondern Gas geben sollen! Natürlich wurde uns noch mehr und alles viel genauer erklärt, aber das kann ich nicht so gut wiedergeben wie es uns unser Instruktor erklärt hat, also versuche ich es erst gar nicht.

Die folgenden drei Turns waren sehr spannend: Zuerst haben noch drei andere Instruktoren die ganze Strecke entweder mit Bändern extrem verschmälert (Ideallinie) oder mit Kreide bemalt… sah ganz schön fies aus! Bei der Streckenbegehung wurde uns jede Kurve erklärt, also wie wir sie anfahren sollen, wo und wann bremsen und wann wieder Gas geben.

Ich habe mich so gut wie mir irgend möglich an die Anweisungen des Instruktors gehalten und… es klappte zu meiner Freude erstaunlich gut! Ich konnte das eine oder andere Mal einen überholen, war also nicht mehr die langsamste. Bis ich dann halt etwas zu mutig wurde und… auf der Nase lag. Passiert ist mir nichts, aber als ich dann wieder in der Boxengasse war, das Motorrad checken und meinen Sturz eintragen ließ, fragte mich der Mechaniker, ob ich denn wisse, warum ich geflogen sei. Ich sagte „Nicht wirklich…. Übertrieben?“ er meinte nur, dass ich nicht zu schnell war, und fragte mich, was ich gemacht hätte, als ich merkte dass meine Räder wegrutschen, als ich dann sagte, dass ich nichts gemacht habe, meinte er nur trocken: „Genau! Und deswegen bist geflogen! Warum gibst kein Gas?“ Tja… erwischt! Aber leichter gesagt als getan, da muss man sich echt überwinden! Irgendwann hat es jemanden schon vor mir gelegt, also war ich auch zumindest nicht mehr die erste, die auf der Nase lag, das beruhigte mich dann schon und es war mir weniger peinlich.

Als dann die drei Turns mit den Instruktoren kamen, war ich voll begeistert! Die haben sich immer jemanden rausgepickt und sind zwei oder drei Runden vor demjenigen gefahren, das war echt klasse!!! Da konnte man sich ranhängen und schön nachfahren, hat mir auch viel gebracht! Die Instruktoren warteten immer bei ner besonders fiesen (aber alles übersichtlich, ist ja auf ner Kartbahn) Kurve in einer Nische wo sie niemanden behinderten und zogen dann vor einem raus, hörten auch da wieder auf und „schnappten“ sich den nächsten. Tja, als einer der Instruktoren vor mir in der Nische mit quietschenden Reifen bremste, bin ich, warum auch immer, erschrocken und hab in der Kurve (naja, „Kurve“ triffts nicht wirklich „Ecke“ wäre die treffendere Formulierung) irgendwie den Lenker etwas verrissen… und lag wieder auf der Nase! Diesmal tat die Hand ziemlich weh, als die beiden Jungs kamen um mir die Maschine wieder hin zu stellen und mich fragten, ob ich mir was getan hätte, sagte ich nur stinksauer „Nein!“ und einer meinte dann noch, und darauf war und bin ich dann doch etwas stolz „Aber… eines muss ich schon sagen… für ne Frau fahren sie verdammt gut Motorrad!“ Naja, deswegen tat die Hand nicht weniger weh, aber, es war trotzdem Balsam für meine geschundene Seele 😉 zurück in der Boxengasse, bekam ich noch ne nette „Standpauke“ (Ob ich denn wisse, warum ich geflogen sei….) vom Mechaniker, ließ mir meinen Sturz eintragen und fuhr weiter, Hand hin oder her, egal! Ich wollte FAHREN! Der Turn war fast vorbei, einer stand noch bevor und den wollte ich mir nicht entgehen lassen, außerdem… solange ich fuhr, tat nichts weh (da hatte gefälligst nichts weh zu tun!).

Die letzten Runden des letzten Turns, die klappten dann schon echt ganz anständig. Natürlich konnte ich denen die das schon öfter gemacht hatten das Wasser nicht reichen, aber: ich war zufrieden mit mir (bis auf meine beiden Stürze) und dem was ich an diesem Tag gelernt hatte… und hatte eigentlich Lust, mich gleich wieder für solch einen Trainingstag anzumelden.

Auf der Heimfahrt, ja da merkte ich dann schon, dass mir meine Hand anständig weh tat, brachte mir dann zwei Wochen Gipsschiene ein, aber: DAS WAR’S WERT!!! Und ich hab das garantiert nicht zum letzten Mal gemacht!